Die NIPPL-Strategie :D

Ich hab mich ja immer gewundert, warum jeder Coach und jeder Selbsthilfe-Guru seine eigene Methode anbietet. Gibt es denn nicht schon genug Methoden? Und warum brauchen wir noch mehr Methoden?

Offenbar scheint ja keine Methode wirklich wirkungsvoll zu sein, denn sonst hätte sie alle anderen Herangehensweisen ja bereits abgelöst.

Als mir vor ein paar Jahren die Idee zu Deine Lebensfreude kam, habe ich natürlich ein bisschen recherchiert. Unter anderem habe ich mir die 100 Probleme der Selbsthilfe-Zielgruppe auflisten lassen.

Mittlerweile denke ich, dass diese 100 „Probleme“ eher das hier sind: 100 Gedanken, die sich wie Probleme anfühlen, aber vielleicht gar keine sind.

Neulich stieß ich wieder auf diese Liste und dachte mir, warum nicht jedes „Problem“ einmal genauer anschauen und entkräften?

Hier geht es ja um das Hinterfragen. Also hinterfragen wir. Problem für Problem. Oder Gedanke für Gedanke. Und wie jeder Coach, der was auf sich hält, habe ich eine eigene Methode erfunden. Ich nenne sie die NIPPL-Strategie. Okay, sie hat sich so ergeben, als ich über die Struktur vom Hinterfragen nachdachte. Und ich bin kein Coach. Aber egal.

Ich wollte einen Weg, den ich auf jedes Problem anwenden kann. Und heraus kam die NIPPL-Strategie. :D

Die NIPPL-Strategie geht in etwa so:

Du hast ein Problem. Klar.

Du machst dich erstmal drüber lustig. (wichtig)

Und dann fragst du dich:

1.) Welche Nocebo-Idee steckt dahinter (NI)

2.) Ist es Psycho-un-logisch (P)

3.) Welche Placebo-Lösung wird angeboten (PL)


Was ist eine Nocebo-Idee?

Ein Nocebo ist ein Effekt, bei dem dir etwas schadet, obwohl es nicht schaden sollte.

Und die Nocebo-Idee ist eine Idee, die gut klingt, aber schadet.


Was ist Psycho-un-logisch?

Etwas, das im ersten Moment logisch klingt, aber total unlogisch ist, wenn man genauer hinschaut.


Was ist eine Placebo-Lösung?

Ein Placebo ist ein Effekt, bei dem dir etwas hilft, obwohl es nicht helfen sollte. Die klassische Zuckerpille in vielen Medikamenten-Studien.

Und die Placebo-Lösung, scheint zu helfen, aber bei genauem Hinsehen, nützt sie nichts.


Und weil das alles sehr theoretisch (und verrückt) klingt, kommt jetzt ein Beispiel.

Als erstes „Problem“ in der Liste wird „Ständige Hoffnungslosigkeit“ genannt.

Das Problem: Du fühlst dich ständig hoffnungslos.

Drüber lustig machen: Vermisstenanzeige für deine verlorene Hoffnung aufgegeben? Sie wurde zuletzt mit deiner Motivation gesehen? Deine verlorene Hoffnung hat dich sogar auf LinkedIn blockiert?


Nocebo-Idee: „Ich brauche dringend Hoffnung.“

Klingt gut und logisch. Das ist so der übliche Gedanke, der aufkommt. Jetzt könnte man losziehen und versuchen, irgendwie wieder Hoffnung zu empfinden. Aber...


Psycho-un-logisch: „Ohne Hoffnung geht´s mir schlecht und alles ist hoffnungslos.“

Das ist das, was man aus dem ersten Glauben schließt. Klingt psychologisch auch logisch, aber...


Placebo-Lösung: „Du musst einfach positiver denken.“

Typische Antwort oder Lösung, die einem angeboten wird. Und das positiver Denken, ja, das kann helfen. Aber es ist eben ein Placebo und hilft irgendwie, aber nie langfristig. Denn das Grundproblem oder der Grundirrtum ändert sich dadurch ja nicht.

Was, wenn nicht „Hoffnungslosigkeit“, sondern „Hoffnung“ das größere Problem ist? Denn...


Das Natürliche: Hoffnungslosigkeit und Hoffnung sind irgendwie auch nur zwei miese Zukunftsberater, die keine Ahnung haben.

Denn, um hoffnungslos zu sein, musst du ja glauben, dass du bereits weißt, wie die Zukunft wird. Ähm, kann ich mal dein Hellseher-Diplom sehen?

Und worauf zielt Hoffnung ab? Auf die Zukunft. In der Zukunft wird dann hoffentlich alles besser.

Und was ist mit dem Jetzt? Heute. Hier?

Vielleicht brauchst du weder Hoffnung, noch musst du hoffnungslos bleiben, vielleicht reicht es heute einfach nur mal hier zu sein.

Ja, das reicht.

Ob sich meine neue, supercoole und total effiziente NIPPL-Strategie auch auf andere Probleme anwenden lässt, das klären wir in weiteren Beiträgen.


P.S.: Diesen Post gibt es auch als Short bei YouTube. (Ja, ich weiß, was hab ich mir denn dabei gedacht?)


(12.05.2026)